Prof. Gerd Biegel

Konfrontation statt Manipulation. Fehlende Erläuterungen sind Manipulation.

 

Man sollte Denkmälern nicht mit Vorurteilen begegnen, sondern sie als Faktum aus der Zeit betrachten.
Das Denkmal ist hinsichtlich der Deutung ambivalent. Es zeigt einerseits – in seiner Funktion als historische Quelle – 
den Umgang mit den verlorenen Kolonien in den 20er Jahren, andererseits steht es heute auch für den antikolonialen 
und emotional-moralisch aufgeladenen Diskurs.

Das Denkmal belegt auch das bürgerliche Selbstbild aus der Zeit der Aufstellung. 
Immerhin war auch die SPD daran beteiligt.

Um auf Erinnerungsmomente aufmerksam zu machen, sind Verhüllungsaktionen wie die der IGS Franzsches Feld ein legitimes Mittel.

Geschichte muss den Menschen hindernd in den Weg gestellt werden.
Man muss die Konfrontation mit der Geschichte aushalten. 

Aufgabe der Historiker ist es, zu konfrontieren und kritischen Umgang zu erzeugen.

Die Erläuterungstafel vor dem Denkmal ist für die heutige Zeit akzeptabel. 
Sie reicht für eine kurze Einordnung, während man an der angrenzenden Bushaltestelle wartet.



Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte
Mittwoch, 13.05.2015