Dr. Thomas Kubetzky

Man kann Geschichte nicht einfach entsorgen, man muss sie aushalten!

Das Problem ist: Das Kolonialdenkmal teilt das Schicksal vieler Denkmäler. Es wird schlichtweg häufig nicht gesehen oder nicht als solches erkannt. Die Frage, die sich daran anschließt ist: Kann man es prominenter machen, ohne mit dem Scheinwerfer darauf zu leuchten? Ich sehe das ambivalent: kann man – aber wie? Gedenkverantstaltungen wie z.B die Kranzniederlegung am Volkstrauertag sind schwierig, weil man sich die Frage gefallen lassen muss, ob man damit nicht „den Falschen“ gedenkt. Die Erklärungstafel ist in diesem Zusammenhang auch eher eine „Kompromisstafel“.

Vielleicht könnte man es an den Originalplatz zurückstellen. Es in ein Museum zu verfrachten macht keinen Sinn. Man kann Geschichte nicht einfach entsorgen, man muss sie aushalten! Eine neue Kommentierung ist dabei eher eine politische Frage. Ich denke, die Menschen sind schlau genug, es als ein Relikt der Vergangenheit zu erkennen. Das Denkmal ist ein Teil der Geschichte, den man erhalten sollte.

Zu der Aktion dietotenkommen: Ein Großteil der Flüchtlinge kommt aus Afrika und die Probleme, die die Leute zur Flucht bewegt könnten als Folgen der europäischen Kolonisation betrachtet werden. Die Beziehung ist daher naheliegend und wenig überraschend. Nichts destotrotz handelt es sich um eine aktuelle politische Angelegenheit, in der das Denkmal ein Vehikel ist, um eine Verbindung herzustellen.




Technische Universität Braunschweig
Historisches Seminar, Abteilung für Neuere Geschichte
01.07.2015