Die Ratsdiskussion 1990

Im Herbst 1990 wurde man nach langer Zeit auch in der Politik wieder auf das Denkmal aufmerksam.
Damals stellte die SPD Ratsfraktion im Stadtbezirksrat 120 einen Antrag auf Versetzung des Kolonialdenkmals,
was zu einigen Kontroversen im Stadtbezirksrat führte.

Die Agrumentation der SPD:

- Das Denkmal stehe an der falschen Stelle und damit in Komflikt mit dem Straßennamen.
Heinrich Jasper (SPD) war früher Braunschweigischer Staatsminister und kam 1945
im Konzentrationslager Bergen-Belsen um.

- Es bedürfe ein zu hohes Maß an politischer und historischer Kompetenz,
um bei der Einschätzung des Denkmals nicht zu zeitfremden Schlüssen zu kommen.

- Es gehöre als Gedenkstätte für Tote auf einen Friedhof oder als geschichtliches Zeugnis
zwecks Begleitung und Einarbeitung in ein Museum.

- Es könne als Aufhänger rechtsradikaler Tendenzen in der Politik dienen.



Die Ratsfraktion der CDU vertrat indes eine deutlich andere Position, die auf vom zuständigen Bauordnungsamt geteilt wurde:

- Das  Denkmal erinnere an ein abgeschlossenes Kapitel der deutschen Geschichte.
Es sei ein Zeugnis der Vergangenheit, das über Geschichte informiere und zur
Auseinandersetzung mit Geschichte reize. Die Erhaltung eines solchen Denkmals solle
nicht als Identifikation mit den Zielen und Ansichten der 20er Jahre verstanden werden.

- Eine Zeugnis- und Mahnfunktion könne sich nur an Ort und Stelle entwickeln. Ein Muesum sei dafür ungeeignet.



Aus dieser Debatte ging der Vorschlag der CDU-Fraktion hervor, das  Denkmal durch eine Eläuterungstafel über die Entstehungsgeschichte des Denkmals zu ergänzen.